ROT

glühend heiß scheinen die Wände an denen ich mich langsam entlangtaste. Längst erblindet suchen Augen nach erlösendem Halt und jeder Schritt sinkt tief in zähem Treibsand ein. Es zieht und zerrt, es frisst und nagt.
Feuerbälle ziehen träge über den Horizont, als wollten sie verweilen, nur einen Augenblick, um jenes Schauspiel zu betrachten.

 

BLAU

hörst du das Meer rauschen? so fröhlich glucksend, sprudelnd klingt es an mein Ohr und lässt mich träumen. Zart streift der Wind den klaren Wasserspiegel, fordert ihn zum Tanze auf, im Takte der Welt.
Am Horizont sitzend, streifen meine Hände taunasses Gras, fühlen Leben, fühlen das Sein und ich weiß, hier möchte ich bleiben, ein Leben lang.

 

DUNKELBUNT

ein Lichtermeer aus Farben bedeckt den Horizont , streifzugartig gleiten sie umher und hinterlassen ihre zarten, starken, buntgefühlten Spuren. Tanzen, kreisen, leben. Staunend stehen Masken am Rande der Klippe, graubedeckt und nebelumschwungen blicken sie hinauf und unscheinbar, wie im Traum, spiegeln sich Farben und Lichter, Freude und Glück, in ihnen gegen.
Sanft, ganz vorsichtig zeigt sich ein erstes Lächeln.. und Flügel wachsen..

 

GELB

der Mann im Mond, er lächelt herab, auf all jene, die nicht ruhen und nicht schlafen können. Wie ein Schelm trohnt er am dunklen Himmelszelt, über den Sternen, über dem Sein - und täuscht.
Er flüstert von seltsamen Pfaden, die schemenhaft gen Freiheit führen, durch eine Pforte deren Gold und Silber sich über weite, unsichtbare Felder erstreckt. Ich sehe sie wandern, die Massen, die Menschen, sie wollen nicht ruhen, nicht schlafen. Blicke ihnen hinterher, verständnislos und wissend, dass ich nicht eine von ihnen bin, nein...

 

SCHWARZ

wie ein samtener Teppich breitet sich Dunkelheit aus..verschluckt Farben und Töne, Lachen und Sein in einem Rachen, dem gurgelnde Laute nur entspringen. Nur höhnisches Grinsen mag ich zu vernehmen, schemenhaft unter dem Schleier Tod, der wahl- und willenlos alles verschlingt.
Wie im Fall gleite ich hinab ins Ungewisse, tastend, greifend, fassend - und doch leer. Nichtsnutz. Nichtsein.

 

VIOLETT

 

Ein samtener Schimmer liegt auf den Hügeln deiner letzten Ruhe. Bedeckt ganz zaghaft deinen tiefen Schlaf und lässt dich tanzen, glänzed strahlen, wie all die Sterne über dir. Ich sehe dich fliegen, spür dich wandeln, unbeschreibbar schön.
Hätte ich Flügel, ich würde jede Feder dankbar küssen, so wie einst deine Lippen sanft meine Wange steiften. Noch immer hallt dein Lachen über dieses kleine Fleckchen Land, unfassbar, und doch greifend nah seh ich es streifen, durch den Schimmer deines Seins.

(Widmung, für V.K.)